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Die Friedensautoren mit Texten

2. Oktober 2008 4 02 /10 /Oktober /2008 05:29
Heimat, Heimat, endlich wieder,
ach wie müde sind des Körpers Glieder,
verbraucht für Staat und Vaterland,
gekostet hat es mich, fast den Verstand,
gelohnt, hat man es mir schlecht,
keinem Hund erging es so nach Recht,
das Elend ist in mir Person,
das Vaterland, gab mir nur kümmerlichen Lohn.

Geblieben ist mir nur Gedankenschaum,
aus dem einstig süßen Jugendtraum,
zerstieben tat er auf dem Feld der Ehre,
ausgelöscht, durch mörderische Lehre.

Als Vagabund komm ich nun wohl zurück,
nur den Rucksack noch im Genick,
zerlumpt und räudig wie ein toller Hund,
hoffend, dass die Familie noch gesund,
hoffend, dass es ihr an nichts gemangelt,
seit der Barras, hat mich aus dem Frieden,
in des Staates Krieg geangelt.

Fragen über Fragen, die mich quälen,
doch keine Zeit verbringen,
mag ich mit Querelen,
vorwärts treibt es mich,
mit der Sehnsucht Macht,
hoffend, das ich finde nicht die Acht,
in der Familie Augen möge Güte sein,
wenn der verloren, geglaubte Sohn und Vater,
kehrt zurück ins traute Heim.

So gehe ich des Weges jetzt,
in meine stille Heimatstadt,
zum Weinen ist es mir auch jetzt,
die Seele auf den Tod verletzt,
wie des Dolches Stiche,
ist in mir der Seele Qual,
vom Erlebten; in des Krieges grausig Tal.

Ungewissheit ist‘s, was mich beklemmt,
ach, wie ist die alte Heimat mir so fremd,
schaudernd kehrt nun in Gedanken ein,
wie kann ich mich vom Blute waschen rein.

Angst zersetzt die Seele mein,
nicht Freude zieht ins Herzen ein,
der Blutgeruch ist wohl zu stark,
mehr als der Mensch ertragen mag,
Gewürm in meines Kopfes Phantasien,
tanzend Reigen, zu des Teufels Melodien.

Ach wie schwach ist doch der Mensch auf Erden,
wie krank kann er im Geiste werden,
gleich dem Schafe in der Herde blökend,
wenn des Staates Pfeife flötend.

Warum, bin ich wohl für den Staat gegangen,
kann ich den Seelenfrieden noch erlangen,
zurück mag ich die Zeit noch einmal drehen,
meine Jugend, meine Seele und mein Herz,
die mag ich unverdorben, noch einmal sehen.


Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats.

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Published by Slov ant Gali eingestellt
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