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Das Friedensblog sammelt Friedenstexte interessierter, engagierter moderner Autoren.

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Die Friedensautoren mit Texten

12. Juli 2009 7 12 /07 /Juli /2009 12:16

 

sie steht

als wäre es

völlig normal

vor mir

diese uniform

diese

kampfuniform

tarnfarben

deutsche ärmel

 

sie küsst

ein mädchen

in seinen armen

und bleibt mir

feind

im besetzten land

Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats

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7. Juli 2009 2 07 /07 /Juli /2009 08:16

wenn Luren trompeten

das Signal Überfall

wenn Glocken einläuten

das Ende vom Frieden

und Gleise  im Takt ihn

zu Öfen verbringen

 

lasst einschmelzen uns das Metall

um neue Verse zu schmieden

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3. Juli 2009 5 03 /07 /Juli /2009 20:30

Zeit
in der Endlichkeit
wird zeitlos
auf Brückenweg
gesucht das Licht
hinter der Grenze
leben
das Leben
in der zeit
zwischen
den Gezeiten.

Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats.
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26. Juni 2009 5 26 /06 /Juni /2009 07:53
Du fängst den Wind ein
mit deinen Haaren
deiner Haut
der heiß aus den Bergen
in die Steinwüsten
hinunter weht
und ich spüre ihn
jetzt auch
schmecke ihn
halte dich fest
in meinen Armen
damit du ausruhen
vorübergehend
die dunklen sternlosen
Nächte
das vergossene Blut
vergessen kannst

mein Liebster

Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats vor.
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22. Juni 2009 1 22 /06 /Juni /2009 15:20

Im Zentrum der Wüste

 

 

Für Ali Amini in Iran

 

 

 

 

Ein Stein rollt den Berg hinunter in die Wüste.  

 

In der Wüste ist eine zweite Wüste, in der zweiten Wüste  

 

eine dritte, in der eine vierte Wüste ist usw.

 

   

 

In Wüste Nr. 1388 rollt ein Stein in einen Garten.  

 

Im Garten ist ein grünes Haus, im grünen Haus ist ein Garten,  

 

im Garten ist ein grünes Haus…  

 

 

 

Im Haus Nr. 1388 ist ein Teich.  

 

Im Teich erzählt ein Fisch eine lange Geschichte – 

 

 

 

Von Wüsten gefüllt mit Fischen  

 

Von Käfigen gefüllt mit Vögeln  

 

Von Fenstern gefüllt mit Blicken  

 

Von Straßen gefüllt mit Menschen –  

       

 

 

        Polizisten, Soldaten eröffnen das Feuer  

 

        zerschießen Himmel und Netze.  

 

 

        Was sollen wir tun?  

 

        Das Leben ist heilig.

 

 

 

 

Aus Netz Nr. 1388 regnet, hagelt, gewittert es.  

 

Die Vögel schlagen im Traum mit den Flügeln.  

 

Es weht ein mächtiger schwarzer Wind.  

 

 

 

Am Fuße der Berge stehen Häuser.  

 

Keine wirklichen Häuser, nur reale Fronten von unwirklichen Häusern,  

 

in die jeder schnell rennen kann,  

 

wenn der Gewehrhagel beginnt.  

 

 

 

Auf Straße Nr. 1388 hagelt es Fische.  

 

Die Fische schwimmen bergauf.  

 

Die Vögel erwachen.  

 

Die Mörder nehmen Platz.  

 

 

 

Steine fliegen.  

 

Stein Nr. 1389 fliegt über die Berge.  

 

 

 

Alle Vögel fliegen  

 

Alle Fische schwimmen  

 

Alle Fenster sind offen  

 

Alles ist an seinem Platz –  

 

 

 

Das Leben ist heilig.  

 

 

 

(nach einer Idee von Inger Christensen)

 

Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats

 
Monika Jarju

 

 

 

 

In the Centre of Desert               

 

 

Dedicated to my friend Ali Amini in Iran

 

 

A stone is rolling down the mountain into the desert.

 

 

Inside the desert there is a second desert, in the second desert

 

 

a third, inside there is a fourth desert etc.

 

 

 

 

In desert no. 1388 a stone is rolling into a garden.

 

 

Inside the garden is a green house, inside the green house there was a garden,

 

 

inside the garden there was a green house…

 

 

 

 

In house no. 1388 there is a pond.

 

 

In pond a fish is telling a long story –

 

 

 

 

About deserts filled with fishes.

 

 

About cages filled with birds.

 

 

About windows filled with looks.

 

 

About streets filled with people –

 

 

 

 

       Police men’s, soldiers open the fire

 

 

       Shot the heaven and nets.

 

 

 

 

       What shall we do?

 

 

       Life is holy.

 

 

 

 

From net no. 1388 it rains, it hails, it thunders.

 

 

The birds flap in dream with the wings.

 

 

It blows a giant black wind.

 

 

 

 

In front of the mountains houses are set up,

 

 

not real houses, but real fronts of unreal houses

 

 

into which everyone can easily run

 

 

when the gun hail starts.

 

 

 

 

On road no. 1388 it hails fishes.

 

 

The fishes are swimming uphill.

 

 

The birds awake.

 

 

The murders take place.

 

 

 

 

Stones are throwing.

 

 

Stone no. 1389 is falling over the mountain.

 

 

 

 

All birds are flying.

 

 

All fishes are swimming.

 

 

All windows are open.

 

 

All takes the right place -

 

 

 

 

Life is holy.

 

 

 

 

(by an idea by Inger Christensen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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22. Juni 2009 1 22 /06 /Juni /2009 14:16

Schwacher Zweifel

Wenn in Guantanamo
meine Freiheit und meine Demokratie
verteidigt werden

mit Kälte, Hunger und Erniedrigung
mit Folter also
und mit System,

wenn man Vätern und Söhnen
ihre Würde und einen Teil ihrer Seele nimmt
in manchen Fällen
noch weit mehr,

dann kommen mir Zweifel
an meiner Freiheit und meiner Demokratie.

Das mag für mich sprechen-
ich fühle mich schon etwas besser


oder besser:
nicht genauso schlecht


aber immer noch sehr schwach

Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats.

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21. Juni 2009 7 21 /06 /Juni /2009 19:30

Gewalt
Erzeugt Angst,
Angst erzeugt Gewalt.
Menschen, gebietet dem Irrsinn
Einhalt!

Welt
Im Wahnsinn;
Sich immer weiter
Steigernd im Ruf: Vergeltung.
Halt!

Wer
Auf Erden
Will die Rache?
Untaugliches Mittel der Vernunftlosen,
Rambomentalität!


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19. Juni 2009 5 19 /06 /Juni /2009 06:44
 Nun zog der Frühling wieder ein. Die Osterglocken blühten, und die Sonne lugte durch die Wolken hervor. Bei uns in den Siedlungshäusern, die angeordnet sind im Karree, wurden die Balkone geputzt, man nahm ein erstes Sonnenbad, noch dick eingehüllt in Decken. Das Leben begann, sich wieder mehr im Freien abzuspielen.

So auch an jenem Montagnachmittag.

 

Ich muss dazu sagen, dass sich im Karree´ ein kleiner Spielplatz und eine Wiese befinden, die alle Kinder magisch anzogen.

Die kleinen Mädchen rutschten und spielten im Sand, die größeren Jungen spielten Fußball auf der Wiese.

Ein Gejohle und Gekicher.

Jeder freute sich über die wärmende Sonne.

 

Nur – ein alter Rentner nicht. Seit dem Tod seiner Frau Else vor ein paar Jahren war er missmutig und übel gelaunt. Er platzierte sich mit einer dicken Decke auf seinem Balkon. „Ein paar Sonnenstrahlen genießen…“

 

Nach einiger Zeit konnte er diesen Kinderlärm nicht mehr ertragen. Er hörte nicht mehr gut, und das Stimmengewirr schmerzte in seinen Ohren. Als es ihm zu bunt wurde, rief er mürrisch, über die Brüstung gebeugt:

Geht es nicht etwas leiser?!“ Ein Junge rief mutig zurück: “Nein!“

Der Rentner, nach einer Weile, wurde jetzt schon böser:

Ruhe da unten!“

 

 

 

 

Die Kinderwaren verwirrt. Sie schauten sich an, einige von den älteren Jungen lachten verstohlen. Ein ganz Mutiger, quasi ihr „Anführer“, rief zurück:

Is nix verbotten hier!“ Seit Kurzem `war er in Deutschland eingebürgert worden, und hatte ausgezeichneten Kontakt zu den anderen Kindern.

De Rentner empörte sich über die vermeintliche Frechheit des Jungen, ihm so „dreist“ zu antworten. Er dachte: “Ist ja noch nicht mal ein Deutscher…“ In seinem Gedächtnis spielte sich ein Film ab:

Von seiner Gefangenschaft in Russland… von den Polen, die nach dem Krieg hier geblieben waren…Von seiner Frau, die mit einem Polen, Marek, befreundet war. Wie viel Mühe hatte es ihn gekostet, Else zu überreden, ihn statt Marek zu nehmen…

 

Er ereiferte sich in diesen Gedanken und brüllte über die Brüstung:

Scheiß – Polacken!!! Verschwindet doch wieder!!!“

Von den anderen Balkonen, auch von den Kindern, kam ihm Gelächter entgegen. Niemand nahm ihn mehr ernst – dachte er sich.

 

Der Schweiß bracht ihm aus. Sein Blutdruck stieg, und er bekam einen hochroten Kopf. Voller Wut über vergangenes Elend und gegenwärtiges Elend, brüllte er noch einmal:

 

Polacken!!! Euch sollte man vergasen!!! Adolf hat das schon richtig gemacht!“

 

Einige Eltern auf den anderen Balkonen, hatten den Konflikt zunächst gutmütig beobachtet. Jetzt mischten sie sich ein:

Was haben Sie mit meinem Sohn zu tun? Was gehen Sie die Kinder an?“

 

Eine, ebenfalls sehr aufgebrachte Mutter kreischte:

Sie gehören ins Altenheim! Sie alter Nazi!!!“

 

 

Die Kinder beobachten fassungslos die schimpfenden Erwachsenen.

 

Ein kleines, engelhaariges Mädchen, mit einer klaren naiven Kinderstimme rief laut und verständlich für alle - nach einer Weile:

Lasst mal. Der olle Opa ist doch nur alleine…“

 

Der Rentner ging vom Balkon hinunter, in seine Küche an den Kühlschrank und schüttete sich erst mal ein Schnäpschen ein. Dann ein Bier für die Nerven.

 

Am Abend ging ihm das blonde Mädchen nicht aus dem Kopf. Wie damals seine Margarete…

Ich habe ganz schön überzogen…“sinnierte er.

 

Am nächsten Tag war wieder schönes Wetter. Die Kinder lärmten und lachten im Hof.

Da tauchte der Rentner auf seinem Balkon auf. Misstrauisch wurde er beobachtet.

 

Er rief zu dem kleinen blonden Mädchen: “ Du, komm doch mal her.“ Das Mädchen näherte sich dem Balkon, und guckte den alten Mann offen und etwas naiv an. „Wie heißt du?“ fragte er. „Julia.“ War die Antwort. „Und wie alt bist du?“ –„Fünf.“ – „Dann kommst du nächstes Jahr in die Schule, richtig?“ – „Ja.“ Sagte das Mädchen.

Er sagte: “Ich hatte auch ein Mädchen so wie du. Aber Margarete ist schon lange tot.“ – „Wie schade…“ sagte Julia.“ Da bist du wohl traurig.“ Er schwieg. - Dann sagte er: „Möchtest du Bonbons?“ fragte er. „Ja gerne.“ sagte sie. „Wenn die anderen auch was kriegen…“

 

Und so warf der Rentner ein paar Bonbons von dem Balkon. Die anderen Kinder kamen näher, und sammelten nach einer Weile des Zögerns die Bonbons auf.

 

 

Fortan hielt er ab und zu ein kleines Gespräch mit Julia, und ließ den Kinderlärm - Kinderlärm sein. Und ab und an – man kann sagen, des Öfteren, warf er Bonbons vom Balkon für alle Kinder.

 

Die Eltern sahen diese neue Entwicklung und waren beruhigt. Manche grüßten ihn jetzt sogar auf der Strasse.

Der olle Opa vom Balkon“ gehörte nach und nach dazu!

 

Zu allen. Zu den Polacken, Türken, Blonden und Schwarzen.

 

Eines schönen Nachmittages, als er wieder den Kindern Bonbons zu geworfen hatte, dachte er:“ Wenn das meine Else noch sehen könnte…“ und war – einen Moment lang – glücklich.


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18. Juni 2009 4 18 /06 /Juni /2009 06:41

Den Brand sahen wir nicht

aber wir riechen ihn noch

da wir über

die angekohlten Balken

balancieren

sie halten noch

und wir sehen

die glühenden Tränen

unserer Eltern

und die Uniformen

tränenloser Soldaten

in den Staubstraßen

II

Wartet bis die Balken brechen

wartet bis die Steine bröckeln

und die heißen Quellen

heraussprühen

wartet bis Schrecken

die Uniformen zerfetzen

balancieren müssen

über eigne Abgründe

Wagnis zur Rettung.

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17. Juni 2009 3 17 /06 /Juni /2009 08:11
 Der Baum der Freiheit, rief der französische Revolutionär Bertrand Barère de Vieuzac im Prozess gegen König Ludwig XVI. aus, wächst nur, wenn er mit dem Blut der Tyrannen gegossen wird.

Und nun frage ich mich: Warum lassen sich die Menschen die Unterdrückung durch Tyrannen stets so leicht gefallen? Warum lassen sie den Baum der Freiheit stets so leicht verdorren? Warum gießen sie ihn niemals rechtzeitig mit dem Blut der Tyrannen, sondern warten damit, wenn überhaupt, so lange, bis das Blut Tausender und Abertausender Unschuldiger die Erde getränkt hat?

Und noch etwas: Warum achten die Mächte des Himmels, die doch angeblich allmächtig, allwissend, barmherzig und voller Liebe zu den Menschen sind, so wenig auf den Baum der Freiheit? Warum tun sie nichts, um die Menschheit von der Barbarei der Tyrannen zu erlösen?

Nun denn.

Meine Mutter hatte drei Geschwister, die ich nie kennen gelernt habe. Ihre zwei Brüder blieben auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs. Und über ihre jüngere Schwester Elisabeth hat sie mir nur so viel erzählt, dass diese kurz vor Kriegsende in ihrer Heimatstadt Kapfenberg starb. Aber woran oder wodurch, hat sie mir nie verraten. Überraschende Aufklärung erhielt ich erst, als nach dem Ableben meiner Mutter ihr Nachlass geordnet wurde. In diesem fanden sich nämlich Aufzeichnungen meiner Tante Elisabeth. Und sogleich wurden die Gespenster der Vergangenheit, die meine Mutter so lange verborgen gehalten hatte, aus ihrem Versteck aufgescheucht.

(Der Text ist zu lang zur direkten Wiedergabe. Er kann durch Anklicken hier abgerufen werden.)

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