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Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung

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Die haben doch keine Chance! (Viktor Kirchgässner, Pocking (Österreich), 20 Jahre)

Herr T. ist Pächter in einer Kleingärtner-Kolonie. Eines Tages, kommt er mit seinem Parzellen-Nachbarn Herrn B. in ein Gespräch:

„Wissen Sie, was ihr Problem ist, mein Lieber?“ erzählt der etwas beleibte B. seinem desinteressierten Gegenüber, als er ihn am Maschendrahtzaun trifft „Sie sind einfach zu tierlieb. Hier in meinem kleinen Gärtchen blüht und gedeiht es. Meine Tomaten sind schön dick und rot, meine Magnolien strahlen in den herrlichsten Rosè-Tönen und der Rasen ist so intensiv grün, dass selbst ein irischer Kobold dagegen verblasst. Und was ist bei Ihnen? Die mickrigen Gurken die sie gezogen haben wurden von Schnecken zerfressen. Ihre Strohblumen – ich meine die wenigen, die den Weg aus der Erde geschafft haben – sind infiziert von Blattläusen und das was SIE Rasen nennen, nenne ICH Dreck! Nein, nein, nein, sie brauchen da gar nicht anzufangen mit irgendwelchen Ausflüchten. Mir ist schon klar, sie wissen es nicht besser! Deshalb werde ich Sie darüber aufklären, wie das bei uns Kleingärtnern gehandhabt wird:

Der Garten gehört Ihnen! Alles was im Garten wächst gehört Ihnen! Auch wenn die Viecher eventuell vor Ihnen da waren, alles gehört Ihnen!

Wenn diese beschissenen Insekten Ihnen Ihre Ernte nicht freiwillig überlassen, dann sind die selber Schuld, wenn Sie, mein Lieber, gewaltsam dafür sorgen müssen, dass Sie dass bekommen, was Ihnen zusteht.

Streuen Sie Salze aus, das stoppt die Schnecken. Wenn eine von diesen schleimigen Bestien versucht zu ihrem geliebten Gemüse zu kriechen, und dabei zufällig ein Salzkorn berührt, haben Sie ein eklige Tierchen weniger, um das sie sich kümmern müssen.

Für die Bekämpfung der Blattläuse, kann ich Ihnen nur raten sich im Fachhandel Marienkäfer zu kaufen, und sie im großen Stil auf die kleinen, fast schutzlosen Biester loszulassen. Innerhalb weniger Tage werden ihre Truppen die Strohblumen zurückerobert haben, mein Lieber.

Aber mit der bloßen Vernichtung der Blattläuse ist es nicht getan. Sie müssen all diejenigen ausrotten, die diese Plagegeister unterstützen! Die Ameisen! Es gibt hunderte, tausende, schlichtweg eine fast unbegrenzte Anzahl von diesen unangenehmen Sechsbeinern in ihrem Garten.

Rotten Sie sie aus, alle von Ihnen! Die unterstützen die Blattläuse bei ihrem Bestreben, Ihre Blumen bis zum letzten auszusaugen! Die haben es gar nicht verdient zu leben!

Was sind denn die Leben einiger niederer Kreaturen wert im Vergleich zu ihrer Lebensqualität?

Rotten Sie sie aus!

Wenn sie meinem Rat folgen, ist ihr Garten schon bald parasitenfrei!“

 

Nach dem Vortrag von Herrn B. ist Herr T. irritiert.

Soll er tatsächlich unzählige Lebewesen töten, die ihm keinen Schaden zugefügt haben, in der Hoffnung er würde auch einige erwischen, die ihm schaden könnten?

Ich schlage diesen Text als Friedenstext des Monats vor.

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