Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung
Schwarz klebt die Erde uns untern den Nägeln,
Wenn wir den Wurzeln nachgraben.
Schwarzarbeit leistet mein Schädel: Geschichte,
Gesiebt aus dem Zeitengerölle.
Inschriften. Namen. Der Lebenden Orte
Noch von den Toten gezeichnet.
Schwarzes, geronnenes Blut, die Grenzen
Auf knallbunten Schulatlasseiten.
Rauchfahnen wehn, eure rußschwarzen Haare,
Treblinkas Romamädchen.
Hakige Kreuze, zackiges Signum
Verblasst auf verblichnem Transportschein.
Schwarz, weggefroren im Dauerfrostboden
In wieviel Gulags wieviel Füße?
Ausgebrannt starren die Höhlen der Pfeifen
Im Stalinmuseum wie Augen.
Feurige Fahne, angeschwärzt schon, lohend
An Trotzkis gepanzertem Zuge.
Stickiger Qualm überm Nebengeleise
Der Staatsbahn von nassmorschen Scheitern.
Schwarz, hart und januarkalt bohrt, oh Rosa,
Die Mündung sich in deine Schläfe.
Landwehrkanal, wie verschollen im Lande.
Der Wald steht schwarz und schweiget.
Bleichester Bruder Vergessen: Uns schneit doch
Das Gestern als Schnee noch ins Morgen.
Schwarz meine Verse wie Stacheldrahtdrähte
Ins Weiß den Papieren geschlagen.
Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats.