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Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung

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Joachim Allgaier: blut & tränen

seit geraumer zeit, womöglich gar schon immer,

bekämpften sich die menschen, schlugen keulen auf häupter, bohrten sich lanzen in leiber und gruben sich schwerter in fleisch, sehnen und haut – bis blut zum vorschein kam.

 

denen, die das kriegshandwerk ausübten, war dies schon immer ein vertrauter anblick. blut ein indikator erfolgreich getaner arbeit.

 

kennen wir blutverschmierte opfer heute meist nur aus filmen, dem fernsehen oder von verkehrsunfällen, können wir froh darüber sein.

manchmal kann man sich jedoch des eindrucks nicht erwehren, je mehr des künstlichen rots, desto besser, effektheisserischer, krasser oder gar lustiger.

 

und doch; auch heute bekriegen sich, wie jeher, die menschen und verenden in kämpfen.

 

heute jedoch kommt kein blut mehr zum vorschein.

 

der gegner stirbt auf knopfdruck, als pixel, in form kleiner bunter punkte auf irgend einer art von grünlich schimmerndem bildschirm.

 

bis die kämpfer, reporter und kriegsberichterstatter vor ort sind, ist das blut geronnen, versickert, verschwunden.

 

die tränen jedoch, die in den gesichtern derer auszumachen sind, die die massaker überlebt haben, scheinen noch frisch zu sein und nicht versiegen zu wollen.

 

  Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats.

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