Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung
Die alten Römer
hielten es so:
Fraßen die Heiligen Hühner
gierig und wild -
dann tapfer rein in die Schlacht.
Verschmähten sie das Futter -
greif nicht an.
Just vor dem Überfall
auf die Flotte der Punier
ward Pulcher gewarnt,
Roms Erster Konsul:
Die Heiligen Hiihner
wollen nicht fressen.
Frevelnd stieß der Feldherr die
Heiligen Huhner vom
Flaggschiff.
Wenn sie nicht fressen wollen,
sollen sie wenigstens saufen.
Die See schluckte
die Hühner und
Schiff um Schiff.
Vor Drepana war's,
gut zweitausend Jahr her.
Knapp nur entkam
Pulcher den Puniern.
Nicht dem Gericht
der Römer,
verklagt, verurteilt.
Verbannt.
Wegen Gotteslästerung.
Längst zerstoben
das punische Reich, das römische
und der Weltreiche mehr.
Wie halten wir's mit den Zeichen
der Götter?
Greifen wir an?
Stehn wir zuruck?
Wenn unsere Heiligen
Hühner nicht fressen wolIn:
Halten wir uns zuriick .
Fressen die Heiligen Hühner
gierig und wild:
Ach, halten wir uns zurück!
Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats. l