I Über den Trümmern unserer Siege die kleine weiße Fahne flattert im Winde derSchmach
Wir haben vor das Wort "Krieg" die "Welt" geschrieben und zu zählen begonnen
Wie kann Frieden sein, wenn wir Waffen bauen? Wie kann Versöhnung entstehen, wenn wir noch immer den Feind in den anderen sehen ?
Das Gold auf der Welt gibt es nicht mehr Wir müssen es neu zu schaffen lernen aus den Unendlichkeiten unserer Einsamkeit
II
Die Frauen, die über die Trümmer gingen - die Trümmerfrauen - sind rot anzusehen unter dem Himmelblau ihres Mantels
Der Schmerz ihrer Bäuche trug uns: Kinder der Welt Ihre Männer zogen in das Massengrab allgegenwärtiger Finsternisse Was geblieben ist sind wir- und wähnen uns im Frieden
Dieses Wort knistert gefährlich noch ehe die Donner über den Horizont rollen
III
Wir haben die Sterne in unseren Krieg mit einbezogen, auf Leinwänden schön und groß
Die Friedenssehnsucht ist grell an die Wand geschrieben und leuchtet nicht mehr aus der Stille des unendlichen Raumes
Jetzt ist sie romantisch und stumpf
Wir werden unendliche Meter zu laufen haben bis wir sie wiederfinden - vielleicht - in den Räumen der Welt die noch finster und dunkel sind, bis wir uns selbst entdecken - aber nicht mehr geortet in begrenzter Welt