Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung
Oder Frieden lernen in Zeiten des Krieges
Terroristen verwandeln Flugzeuge in Waffen
Einbruch, Explosion und Einsturz,
festgehalten von Kameras.
Liveübertragung der Nachrichtensender.
Kriegsbilder in Echtzeit
werden dem TV-Zuschauer zugemutet.
Die Welt ist Zaungast
von Tod und Vernichtung.
Tausende fallen den selbsternannten
Gotteskriegern zum Opfer.
Nach einer kurzen Zeitspanne,
in der die Menschheit den Atem anhält,
beginnt ein Vergeltungskrieg.
Die Kriegsstrategie:
Der Feind bekommt ein Gesicht.
Bombenabwürfe werden als
Kampf für die Menschenrechte deklariert.
Die Regierung erklärt:
Wir stehen auf der richtigen Seite.
Aber:
Gibt es eine richtige und eine falsche Seite?
Gibt es eine richtige und eine falsche Ansicht?
Gibt es einen richtigen und einen falschen Glauben?
Gibt es richtige und falsche Tote?
Oder waren die Toten
nicht doch einfach nur Menschen?
Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten.
Menschen, die von nun an
schmerzlich vermisst werden.
Kann ein Unrecht vergolten werden?
Wie bekommt der Wahnsinn einen Sinn?
Aus uneingeschränkter Solidarität
wird eingeschränkte Meinungsfreiheit.
Zivile Opfer werden als
„bedauerliche Begleiterscheinung" tituliert.
Die Hoffnung auf rasche Erfolge
der Luftangriffe zerstoben.
Fehlschläge werden bilanziert.
Der Luftkrieg dauert an,
wird sogar noch gesteigert.
Trifft ein ohnehin zerstörtes Land,
dass dadurch nur noch pulverisiert wird.
Währenddessen die Drahtzieher und Machthaber
bequem in ihren Quartieren sitzen.
Ein klarer Sieg ist nicht in Sicht.
Kann es auch nicht geben.
Im Krieg gibt es keine Sieger, nur Opfer.
Gefallene werden von beiden Seiten verleugnet.
„Das erste Opfer eines Krieges ist immer die Wahrheit."