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Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung

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Daniel Grandpair: Das Verbrechen der modernen Kriegsführung

Kriege waren schon immer schlimm genug. Diese Tatsache lässt sich nicht leugnen. Auch wenn es immer wieder Versuche gab, die Kampfhandlungen gewissen Regeln zu unterwerfen, gelang dies niemals wirklich. Bis heute fehlt es nicht an Bemühungen bestimmte Vorgehensweisen oder Waffentypen zu ächten, und dadurch deren Anwendung global zu unterbinden. Bedauerlicherweise bewirkt der Kriegszustand eine Aufhebung aller existierenden Regeln und Gebote, innerstaatlich wie auch international. Der Krieg entledigt sich also automatisch selbst all jener Fesseln, die ihn eigentlich einschränken sollten.

In einem Krieg bedeutet zu siegen alles. Dies wiederum bewirkt, dass keinerlei Regeln verbindlich sein können, da der Sieger diese erst hinterher festlegt, bzw. erst im nachhinein bestimmt was in jener Auseinandersetzung überhaupt passiert ist. Selbstverständlich können die stattgefundenen Ereignisse nicht wirklich neutralisiert werden. Aber es ist nicht so schwer, diese durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen, durch Beschönigung, Verzerrung oder unverhältnismäßige Darstellung zu rechtfertigen, oder gar ganz aus der Geschichtsschreibung zu löschen.

Daraus ergibt sich nicht nur das es keine Garantie dafür geben kann, dass ein Konflikt nicht eskaliert, sondern das dies, ganz im Gegenteil, immer höchst wahrscheinlich ist. Die einzige sichere Möglichkeit einer Eskalation vorzubeugen ist, es gar nicht erst zu offenen Kampfhandlungen kommen zu lassen. Verfeindete Staaten und Bündnissysteme von annähernd gleicher Stärke, mit verantwortungsbewussten Regierungen, werden sich immer für diesen Weg entscheiden.

Erstaunlicherweise haben gerade die atomaren Waffen, aufgrund der ihnen zu eigenen Grausamkeit und Stärke, diesen Trend extrem gefördert. Selbst nur über eine handvoll Atombomben zu verfügen ist normalerweise vollkommen ausreichend, um sich gegen eventuelle Aggressoren wirksam abzusichern. Natürlich funktioniert das nur, wenn auch alle Welt weiß, was sich in den Silos der entsprechenden Nation verbirgt, was aber in der Regel kein Problem darstellt. Zum einen ist die Herstellung solcher Waffen so aufwändig und die benötigten Materialien zu spezifisch, um sie vor einem guten Geheimdienst verbergen zu können, zum anderen belieben Machthaber sowieso seit jeher mit der Stärke ihres Heeres zu prahlen.

Außerdem wissen kluge Führungspersönlichkeiten, dass die Existenz eines atomaren Arsenals bekannt sein muss, damit dieser seine Abschreckungswirkung entfalten kann, und werden bereitwillig jeden davon in Kenntnis setzen. Während man ansonsten nichts unversucht lässt, um das Vorhandensein einer neuen Waffe zu verbergen, verhält es sich bei >der< Bombe ironischerweise genau umgekehrt. Zwar versucht man auch hier die Entwicklung zu verheimlichen, ist die Waffe aber erst einmal Einsatzbereit tritt das genaue Gegenteil ein.

Die Kernspaltungs- sowie auch die Kernfusionsbombe entfaltet ihre eigentliche Wirkung nämlich nicht durch ihren Gebrauch, sondern dadurch das die andere Seite von ihrer Einsatzbereitschaft weiß. Die A-Bombe ist nicht dafür da benutzt zu werden.

Wenn man sich die Tatsache vor Augen führt, dass die existierenden Arsenale an Nuklearwaffen nicht zum Einsatz bestimmt sind, sondern ganz im Gegenteil tatsächlich eine konflikthemmende Wirkung haben, könnte man auf die Idee kommen, einen dauerhaften weltumfassenden Frieden mittels dieser Waffen zu erzwingen. Frei nach dem Motto: Atombomben für alle – Frieden auf Erden. Ist erst mal jeder noch so kleine Staat mit einem ausreichendem Vorrat an ballistischen Raketen und nuklearen Sprengköpfen ausgestattet, und somit in den Status der Unangreifbarkeit erhoben, können schließlich keine Konflikte mehr stattfinden.

Leider ist diese ebenso einfache wie auch stupide Lösung nicht praktikabel, wofür es mehrere Gründe gibt. Der wichtigste ist zweifellos die nicht tolerierbare Zunahme an Unsicherheit. Dieses Risiko, das seit jeher aus einer Kombination von menschlicher und technischer Unzuverlässigkeit besteht, würde durch die weltweite Verbreitung dieser gefährlichen Waffen so sehr anwachsen, dass die Möglichkeit eines >Atomkriegs wider willen< eine reelle Bedrohung darstellen würde, ja sogar beinahe unausweichlich wäre.

Das Dilemma des Faktors Mensch ist in seiner Natur verborgen. Nur vernünftige, verantwortungsbewusste Individuen lassen sich durch das Prinzip der Abschreckung beeindrucken – Wahnsinnige hingegen nicht. Falls es nun soweit kommt, dass nicht länger ausschließlich ein Dutzend Länder im Besitz atomarer Waffen sind, sondern mehrere hundert, steigt die Chance, dass irgendwann ein Verrückter in die Nähe eines roten Knopfes kommt dramatisch an. Ein Gedanke der bestenfalls als höchst beunruhigend zu bezeichnen ist.

Soweit es die technische Seite angeht ist das Ganze sogar noch kritischer, da hierbei nicht einmal ein Quäntchen Vernunft, sondern einzig und allein Automatismen im Spiel sind. Während die meisten Menschen von Natur aus über einen ausgeprägten Überlebenswillen verfügen, ist es einer Bombe selbst relativ egal ob sie nun explodiert oder nicht. Dabei sind die Waffen an sich noch nicht einmal das Hauptproblem.

Sogar eine Wasserstoffbombe neuster Generation, ist an sich eine recht einfach Maschine. Selbst wenn man noch die Trägerrakete berücksichtigt bleibt das Ganze überschaubar. Was jedoch ein ungeheueres Maß an Komplexität besitzt, ist das System in welches jene Waffen eingebettet sind, nämlich das Frühwarnsystem. Diese Systeme, welche sich aus einer Vielzahl von Radarstationen, Überwachungssatelliten und Kommunikationszentren zusammensetzen, bilden ein verworrenes unübersichtliches Geflecht, welches im höchsten Maße empfindlich ist.

Bedauerlicherweise kann auf diese Netzwerke eben gerade nicht verzichtet werden, da sie ein integraler Bestandteil, der nuklearen Militärdoktrin des Gleichgewichts des Schreckens sind. Es reicht nicht aus über die Bombe nur zu verfügen. Sie muss auch so schnell eingesetzt werden können, dass der Gegner nicht die Möglichkeit hat die eigenen Bestände mit einem Erstschlag auszuschalten, oder auch nur nennenswert zu schwächen.

Dementsprechend muss die Vergeltung rasch erfolgen, und genau aus diesem Grund ist eine sorgfältige gegenseitige Überwachung unerlässlich. Selbst wenn die feindlichen Raketen schon beim Start ausgemacht werden können ist das Zeitfenster, innerhalb dessen ein Vergeltungsschlag überhaupt noch möglich ist, nur Minuten groß.

Die Entfernung zwischen den beiden verfeindeten Staaten kann so groß sein wie sie will. Die Welt ist längst zu klein für die moderne Raketenballistik, um eine Flugzeit von dreißig Minuten zu übersteigen. Berücksichtigt man, dass die Reaktion in einem noch kürzerem Zeitraum stattfinden muss, da die angegriffene Nation ebenfalls noch einige Minuten braucht, um die Startsequenz ihrer eigenen Waffensysteme einzuleiten, und die feindlichen Raketen eventuell nicht gleich beim Start entdeckt werden, bleibt vielleicht gerade einmal noch eine Viertelstunde.

In dieser Viertelstunde entscheidet sich das Schicksal der Welt. In dieser Viertelstunde muss überprüft werden ob im Frühwarnsystem ein Fehler vorliegt, oder die tödliche Bedrohung Wirklichkeit ist. Es sollte wohl jedem klar sein, dass fünfzehn Minuten nicht gerade viel Zeit sind, um in einem so umfassendem und komplexen System, bestehend aus unzähligen Radarstationen, Aufklärungssatelliten, Kommunikations- und Logistikzentren, nach einem Fehler zu suchen der verschwindend gering sein kann.

Da ein solches Netzwerk, aufgrund seiner Natur, extrem unübersichtlich ist, und das falsche Signal von jedem beliebigem Punkt innerhalb desselben ausgehen kann, wird eine Fehlfunktion umso wahrscheinlicher, je komplizierter das System selbst wird, während sich die Chance den Fehler rechtzeitig zu entlarven gleichzeitig entsprechend verringert.

Theoretisch genügt es bereits wenn ein einziger Aufklärer feindliche Raketenstarts meldet, um die Maßnahmen für einen Gegenschlag anlaufen zu lassen. Das bedeutet, dass sowohl die Falschmeldung einer einzigen Überwachungseinheit, oder auch eine durch eine Panne innerhalb des Netzwerks zustande gekommene Mitteilung, ein Aufklärer habe einen Start beobachtet, zur Katastrophe führen kann. Das ist offensichtlich ein höchst bedenklicher Zustand.

Von den Frühwarnsystemen geht dadurch paradoxerweise eine weitaus größere Gefahr aus, als von den Waffen selbst. Aus diesem Grund ist es sehr riskant wenn sich die Zahl der Atommächte erhöht, was aber unglücklicherweise zwangsläufig geschieht, da immer mehr Länder die technischen Mittel dazu haben. Schließlich will niemand auf die Waffe, welche Unangreifbarkeit verspricht, verzichten.

Bereits während des kalten Krieges befand sich die Menschheit öfters aufgrund technischer Pannen am Rande der Vernichtung, als durch reale politische Krisen. Das ist eine Tatsache die von den betroffenen Regierungen, und den ihnen zugehörigen Militärs, bis heute streng geheim gehalten wird. Allerdings sprechen die Gesetze der Wahrscheinlichkeit in dieser Sache eine ganz und gar eindeutige Sprache - und zwar in einer unüberhörbaren Lautstärke.

Das einzige was mit jeder neuen Generation von Superwaffen steigt sind die Kosten und das Risiko – die Effizienz erst an letzter Stelle. Selbstverständlich gibt es Möglichkeiten diesen negativen Auswirkungen des Wettrüstens entgegen zu wirken. Zum Beispiel internationale Abkommen zur Limitation oder Reduzierung, des Arsenals an strategischen Waffen unter gegenseitiger Überwachung. Mann sollte in dieser Hinsicht unternehmen was man kann, auch wenn keine Nation der Welt jemals dazu bereit sein wird ihren nuklearen Waffenarsenal vollständig zu leeren, bedeuten doch weniger Waffen gleichzeitig auch eine Verringerung des Risikos.

Der Grund dafür warum ein Staat, sobald er erst einmal über Atomwaffen verfügt, diese niemals wieder aufgeben wird ist einfach: Macht erhält sich selbst. Die Bombe ist ein so gewaltiges Werkzeug, dass sie längst aufgehört hat ein Werkzeug zu sein. Im Moment ihrer Geburt hat sie den Sprung vom Mittel zum Zweck geschafft. Anstatt in das menschliche denken integriert zu werden, anstatt in die bestehenden Strategien einzufließen, hat sie selbst diese Strategien an sich angepasst und wurde so zum Mittelpunkt aller militärischen Planung.

Auch wenn es bereits vorher in zunehmenden Maße wichtig war Rohstoffquellen und Industrieareale zu sichern, so spielte der Mensch, egal ob nun Zivilist oder Soldat, doch stets in allen Szenarien die Hauptrolle. Durch das aufkommen der Kernspaltungs- und Kernfusionsbombe änderte sich das entgültig und unwiderruflich. Es ist nicht länger wichtig auf Rohstoffe, Fabriken oder gar Menschen Rücksicht zu nehmen. In einem Krieg zwischen zwei Atommächten hat die Vernichtung der gegnerischen Bestände, bei gleichzeitiger Bewahrung der eigenen, oberste Priorität.

Der Schutz der Zivilbevölkerung ist längst zweitrangig. Selbst das Militärpersonal wird nur noch deshalb benötigt, weil ja irgendjemand die entsprechenden Waffensysteme hochfahren und die Startsequenzen einleiten muss. Ist dies aber erst mal geschehen haben die Soldaten ihren Zweck erfüllt und verlieren jegliche Bedeutung.

Es macht keinen Sinn einen leeren Raketensilo zu bewachen und er bedarf auch gar keiner Bewachung mehr. Ebenso wenig wie Instandhaltung, oder Bedienungspersonal. Er ist nur noch ein Loch im Boden und genauso nützlich, oder unnütz, wie jedes andere – wenngleich auch sehr viel teuerer, selbst ohne seinen wertvollen Inhalt und höchstwahrscheinlich nach wie vor ein Primärziel.

Die meisten Atomraketen sind nämlich zwangsweise auf andere Atomraketen gerichtet. Natürlich sind auch Industriezentren, Metropolen und Hauptstädte begehrte Ziele, strategisch allerdings zweitrangig. Wie schon gesagt ist die Vernichtung des gegnerischen Arsenals im Kriegsfall das wichtigste Ziel. Dementsprechend sind es auch die A-Waffen, welche den größtmöglichen Schutz genießen, nicht etwa die Bevölkerung.

Allerdings entstehen im Zentrum einer nuklearen Detonation sternähnliche Temperaturen, d.h. Temperaturen die so hoch sind, dass jegliche Materie selbst Stahl und Beton, einfach verdampft. Bei mehreren tausend Grad Celsius verwandelt sich alles in glühendes Plasma, ein zehn Meter starker Chrom-Vanadium-Panzer ist in diesem Fall ein genauso guter Schutz wie ein Blatt Papier.

Natürlich ist es möglich die Härtung eines Silos, oder eines Bunkers, zu erhöhen und diese Einrichtungen tiefer unter die Erdoberfläche zu verlegen. Aber es ist eben noch einfacher die Deuterium- und Tritiumladung einer Bombe zu erhöhen, oder die Zielgenauigkeit einer ballistischen Rakete zu steigern.

Letztendlich kann kein Bunker einen direkten Treffer überstehen, und die genaue Position solcher Anlagen lässt sich eben auch nicht geheim halten, da diese im Bau sehr aufwändig sind und einen zu großen Material und Personalfluss aufweisen, der kaum verborgen werden kann.

Was wird also getan um die kostbaren Güter zu schützen? Die vorhandenen Offensivsysteme werden weitmöglichst aufgeteilt und Konzentrationen wann immer es geht vermieden. Es ist eine unumstößliche Tatsache, dass jede Nation, die über Atomwaffen verfügt, nichts unversucht lässt, um ihren gesamten Arsenal so weiträumig wie irgend möglich, innerhalb ihres eigenen Territoriums zu verteilen, um dadurch der Gefahr vorzubeugen, dass der Feind, mit einem geglücktem Erstschlag, die eigenen Bestände vollkommen vernichtet kann und so keine Reserve mehr für einen Vergeltungsschlag bleibt.

Der Nebeneffekt dieser Taktik ist allerdings, dass dadurch nicht nur die militärischen Basen, sondern schlichtweg die gesamte Nation, einschließlich der Zivilbevölkerung, ins Fadenkreuz des Gegners gerät, was billigend in Kauf genommen wird. Das ist natürlich nur ein Nebeneffekt und eigentlich unbeabsichtigt, für die Opfer macht das freilich nicht den geringsten Unterschied.

Ein nuklearer Feuerball unterscheidet nicht zwischen militärischen und zivilen Einrichtungen. Egal ob es sich um einen Luftwaffenstützpunkt, eine Rüstungsfabrik, ein Krankenhaus oder einen Kindergarten handelt, alles wird gleichberechtigt in die Luft gesprengt.

Dabei wird das Ganze nur riskiert, weil die Sicherheit der Waffenbestände oberste Priorität genießt. Nicht der Schutz oder die Vernichtung der Menschen steht länger an erster Stelle, sondern der Schutz oder die Vernichtung der Waffen ist das einzige Ziel der Kriegsführung. Die gerettete Reserve an A-Waffen wiederum dient ausschließlich dazu den Gegenschlag zu führen, was in letzter Konsequenz bedeutet das absolut gar nichts beschützt, sondern alles nur vernichtet werden soll. Das eigene Volk wird geopfert damit auch die Liquidierung der generischen Bevölkerung garantiert werden kann. Tod für alle. Dies ist wahrlich das größte Verbrechen der modernen Kriegsführung.

Hiermit schlage ich diesen Text vor als Friedenstext des Monats.

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S
Diejenigen, die den Text gut finden, sollten auf den Satz darunter klicken...<br /> lg<br /> Slov ant Gali
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F
Sehr gute Analyse. Der Mensch scheint nur nach einer Katastrophe dazu zu lernen. Der längste Frieden in Europa (kleine Gemetzel auf dem Balkan mal ignoriert) entstand nach dem totalen Zusammenbruch durch den 2. Weltkrieg.<br /> So durfte ich, Jahrgang 1949, bis jetzt, ohne kriegerische Auseinandersetzung mit anderen Staaten, friedlich leben.
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