Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung
Es gibt Momente, in denen Sprache fehlt
in denen Ohnmacht Einzug hält
das Geschehen den Betrachter quält
die Axt, den Baum mit Schärfe fällt.
Es gibt Momente, sie machen einfach stumm
das Publikum kann sie nicht erfassen
so setzt man sie in Bilder um
um sie mahnend, lautlos loszulassen.
Eine Premiere findet heute statt
die Gesellschaft kam in Scharen
Der Kläger schweigt und lächelt matt
müde macht der Kampf seit Jahren
Worte konnten nichts abwenden
viel besser wirkt der Augenschein
dieser Wahnsinn sollte enden
lasst die Bilder Sprachrohr sein.
Schweigen füllt den großen Saal
der sinnvoll ist mit Rot versehen
zeigt den Fokus kalt mit Qual
ob sie jetzt begreifen und verstehen?
Vernichtung keine Worte kennt
lebendig wird der Opfer Leid
die Bildersprache keine Namen nennt
appelliert nur stumm an Menschlichkeit.
Das Bild vereint die losen Silben
hält den Spiegel uns entgegen
bittet nur um etwas Milde-
lasst uns einfach friedvoll leben.
Ein Spiegel, der mit Fakten blendet
geschliffen aus unserer eigenen Hand
sich mit Bildern an uns wendet
kämpft mit dem Rücken an der Wand.
Was Worte alles einst verloren
haben Bilder nun vollbracht
man hat die besten auserkoren
erkennend, schamvoll nachgedacht!