Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung
Renate ist erst acht,
Stiefelschritt dröhnt Tag und Nacht.
Das Mädchen spielt im Puppenhaus,
Frau’n und Kinder müssen raus.
„Mein Kaufmannsladen", weint das Kind.
Soldaten schrei’n: „Geschwind, geschwind!"
„Mutter, ist meine Puppe dabei?"
Panzer brüllen aus der Ferne herbei.
„Ach Kind, ich will dir eine neue nähen."
Bomben fallen, malmen und mähen.
„Mutter, wann geh’n wir nach Hause zurück?"
Die Häuser stürzen, Stück um Stück.
Renate hilft den Schlitten ziehen,
bitterster Frost beißt alle, die fliehen.
Das Brüderchen schläft wohl eingepackt
bei Schüssen im Sekundentakt.
„Wo geh’n wir denn hin, sag, liebe Mutter?"
Es prügeln sich Männer um ein Stückchen Butter.
Ein Lager im Westen mit Stroh und Wärme,
Renate betrachtet der Mutter Härme.
Die Mutter näht eine neue Puppe,
sie isst kaum etwas von der Suppe.
Weiter zieh’n sie durch Schnee und Eis,
die Mutter hustet, ihr wird so heiß.
Es gibt nicht Arzt, nicht Medizin,
so scheidet Renates Mutter hin.
Das Mädchen drückt die Puppe fest,
Jahrzehnte sich nicht trösten lässt.
Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats.