Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung
Die namenlosen Toten waren nur noch Zahlen,
die starren Körper nur statistisch noch erfasst.
So schützte der Verstand sich vor dem Grauen,
Entmenschlichung durch Masse abstrahiert.
Als ich mit zwischen Toten Wege bahnte,
geschah es plötzlich, neben meinem Fuß,
dass das erloschne Antlitz eines Toten
mir zugewandt, mit den erstarrten Augen.
Die Verkrustung brach
Und ich sah das Gesicht,
den einen Menschen, dessen Tod mich traf,
so dass Entsetzen vor dem Sterben mich befiel.
Ich selber war der Tote, diesen Augenblick,
der Tod nicht mehr nur anonyme Zahl.
Aus diesen Augen sprach das Leiden aller,
Sinnlosigkeit des Sterbens traf auf mein Gefühl.
Nicht Volk, nicht Vaterland, nicht Ehre
Glorifizierten diesen Tod,
die Berge dieser Toten,
deren eignes Leid verdeckt von namenloser Masse.
Dieser eine Augenblick:
Er führte mich zum grauenvollen Abgrund,
wo jeder Schutz versagt,
wo Menschen schreien
in der Todesqual.
Die Zahlen schreien nicht,
nicht die Statistik.
Sie nehmen nur dem Tod die Menschlichkeit.
Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats.