Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung
Wie soll man
die Zahl der Toten
eines Krieges
genau feststellen,
verifizieren
wie das heißt.
Wie viele Menschen von einem
Schlachtfeld
in einem
Zeitraum
nicht zurückkommen,
lässt sich zählen.
Klar.
Zumindest auf einer Seite.
Aber vielleicht ist jemand dabei,
der sowieso gestorben wäre.
Der ist doch dann kein Kriegstoter.
Und die andere Seite?
Wer zählt deren Gefallene?
Die Sieger sind unsicher:
Was ist besser:
Viele tote Feinde als Erfolg
oder wenige als weitere Bedrohung?
Und sind sie wirklich im Kampf gefallen?
Vielleicht haben die Bösen auf der anderen Seite -
und auf der anderen Seite sind immer die Bösen -
ja Leichen zusammengetragen als Kugelfang?
Und...
sind das auch noch Tote des Krieges,
die erst 48 Stunden nach ihrer Verwundung sterben oder
48 Tage oder
erst Jahre danach?
Wie lange
soll man da mitzählen?
Oder...
sind das auch
Tote des Krieges,
wenn sich Frauen aus Gram über den Verlust ihrer Männer
selbst das Leben nehmen?
Oder wenn sie verhungern?
Oder ihre Kinder?
Ohne dass sie eine Kugel traf?!
Oder der verstrahlte Nachwuchs,
der noch ein paar Jährchen länger lebte?
Oder die Kranken, die
ganz kollateral
kein Arzt heilte, weil der
abfaulende Beine amputieren musste?
Und wenn,
müsste man dann nicht wieder
die geretteten Versehrten in der Rechnung von den Toten
abziehen, denn
die leben ja weiter?
Oder die am vergifteten Brunnen starben...
wer prüft, ob sie nicht sonst auch verstorben wären.
Mit einer guten Statistik
wird auch der Krieg
ein besserer.
Also muss der Sieger
gründlich ab-rechnen.
Ich kenne nur eine Antwort
und die
kann nicht in der Statistik stehen:
Führte man keine Kriege mehr,
weil niemand geblieben,
der an ihnen verdient,
dann braucht niemand mehr
solche Statistiken fertigen
und die Zahl aller Kriegstoten
in einem Jahrtausend wäre
Null...
Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats.