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Wettbewerbstexte als Demonstration gegen deutsche Kriegsbeteiligung

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Feindler, Michael, Der Zauberlehrling

Frei nach einer alten Ballade

Hat der gute Gott im Himmel

Sich doch einmal wegbegeben,

Und nun soll das Welt-Getümmel

Auch nach meinem Willen leben.

Seine Wort' und Kraft

Merkt' ich und den Brauch.

Dank der Wissenschaft

Tu ich Wunder auch.

Lasst euch nutzen,

Elektronen

Und ihr Ionen,

Dass ich binnen

Kurzer Zeit und ohne Stutzen

Energien kann gewinnen.

Und nun kommet, ihr Atome,

Seid geladen wie noch nie,

Fließt in einem schnellen Strome,

Werdet rasch zu Energie.

Kommt sogleich in Fahrt!

Ohne große Mühen

Bringt den dünnen Draht

In der Lamp' zum Glühen!

Lasst euch nutzen,

Elektronen

Und ihr Ionen,

Dass ich binnen

Kurzer Zeit und ohne Stutzen

Energien kann gewinnen.

Seht, es fließt nun Energie!

Es geschieht, wie ich befohlen.

Sei gelobt, du Batterie

Mit den Plus- und Minus-Polen!

Was sich folgern lässt:

Meine Tat war klug.

Doch ich stelle fest:

Es ist nicht genug!

Ich will gerne

Ohne Mühen

Energien

Rasch erhalten!

Dazu werde ich die Kerne

Der Atome einfach spalten!

Bald ist diese Tat vollbracht,

Jetzt ist gar nichts mehr zu stoppen!

Ich besitz' nun auch die Macht,

Meinen Feind im Krieg zu toppen!

Bomben sollen fliegen,

Oft und massenhaft!

Ja, ich werde siegen!

Spüret meine Kraft!

Doch jetzt reicht es,

Alles sei

Ganz vorbei!

Bomben, schweigt!

Aber das ist gar nichts Leichtes,

Wie sich kurz darauf schon zeigt.

Eine Kettenreaktion,

Die die Kerne weiter spaltet,

Führt zur nächsten Explosion!

Oh, wie wird es abgeschaltet?

Bumm! Es wird zerfetzt,

Was der Herrgott schuf.

Laut und ganz entsetzt

Schallt alsbald mein Ruf:

„Meister, schicke

deinen Rat

und die Tat,

denn du weißt:

Sonst geht deine Welt in Stücke!“

Doch die Antwort Gottes heißt:

„Mensch, ich habe dich gehört.

Einst schuf ich die Erde gut.

Jetzt wird sie von dir zerstört

Durch Gewalt und Waffen-Flut.

Du verlangst nach mir,

Machst es dir sehr leicht.

Aber was ich dir

Alles mitgab, reicht

Aus zum Handeln.

Mensch, bedenk':

Ein Geschenk

Ist das Land.

Schlecht's in Gutes zu verwandeln

Liegt nun ganz in

  deiner Hand.“


Ich schlage diesen Text als "Friedenstext des Monats" vor.

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