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Die Friedensautoren mit Texten

18. Februar 2009 3 18 /02 /Februar /2009 05:40

Auf der gesamten Welt trifft man uns an.

Wir haben einen hundsgemeinen, mordlüsternen Ausdruck in den Augen und ein schrecklich verzerrtes, Furcht und Angst einflößendes Gesicht.

Unsere Gefährlichkeit und bösen Absichten erkennt man noch auf einer Distanz von mehreren Hundert Metern.

Unsere Aufgabe ist es, euch zu dienen, damit ihr das uralte Handwerk erlernt. Das Töten.

In Abhängigkeit von unserem Standort tragen wir verschiedene Abzeichen und Symbole, damit ihr unverzüglich begreift: Das da ist der Feind!

Ihr Söhne, Enkel, Neffen, Brüder oder Ehemänner, ihr seid eingereiht in Gruppen und selbst die Friedfertigen unter euch verstehen sehr schnell: Er – oder ich!

Dann ergreift ihr eure Waffe und folgt den Befehlen.

„Durchladen, entsichern, Ziel aufnehmen, ausatmen und Feuer frei.“

Ihr könnt euch diesem Bann nicht entziehen und euch überkommt ein Glücksgefühl, wenn die Kugeln möglichst sicher im Ziel landen.

Letzte Woche noch, da lag da so ein Bürschchen, ein Müttersöhnchen, ein Milchgesicht, in Schussstellung und entleerte das Magazin auf einen von uns. Nachdem der Aufsichtsführende fünf Volltreffer gemeldet hatte, sprang er auf und jubelte: „Dem Schwein habe ich es gegeben. Fünfmal in die Runkel.“

Seine Kameraden, die den verweichlichten Jungen eher mieden, stürmten auf ihn zu und klopften ihm voller Anerkennung auf die Schultern. Jetzt war er einer von ihnen, ein ganzer Kerl.

Ich kann euch dies berichten, da zur Zeit eine Feuerpause abgehalten wird. Halbherzig flicken Männer die Einschusslöcher.

Während meine Kameraden und ich auf die nächste Salve warte, die unweigerlich auf uns zukommt, möchte ich noch schnell von meinem, nein, von unserem Traum erzählen.

Wir hätten so gerne freundliche Gesichter und würden als Hinweisschilder angestellt sein: „Willkommen in der Stadt“ oder „Bis zum Hotel noch fünfzig Meter“, so etwas in der Richtung. Das wäre eine sinnvolle Tätigkeit.

Mein sehnlichster Wunsch ist es, ein Clownsgesicht gemalt zu bekommen und den Kindern dieser Welt den Weg in den Zirkus zu weisen. Kinderlachen ist Zukunftsmusik, nicht wahr?

Halt, ich breche an dieser Stelle ab, die Uniformierten haben ihre Rast beendet und so platzt mein Tagtraum wie eine Seifenblase.

Ich vernehme Kommandos! Adieu, ihr Spaßmacher, ihr Herzenswünsche, es ist wieder an der Zeit, zu sterben. Denn die nächste Schussfolge lässt nicht lange auf sich warten.

So kann ich nur noch beten, dass irgendwann einmal im Laufe der Zeit eine Welt entsteht, in der wir Pappkameraden endlich ausgedient haben.

(Der siebente Preisträgertext.)


Ich schlage diesen Text als Friedenstext des Monats vor.

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Published by Slov ant Gali
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