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Die Friedensautoren mit Texten

5. Oktober 2008 7 05 /10 /Oktober /2008 15:29
 In ferner Zukunft sind die meisten irdischen Adelshäuser längst ausgestorben.

Weil man aber nicht ganz auf Könige und Grafen, Prinzen und Prinzessinnen verzichten wollte, nahm man sich den Ausspruch „Geldadel“ zu Herzen.

Titel wurden nun nach Höhe des Kontostandes vergeben.

Das hieß, um König zu werden brauchte man ein paar Millionen, um sich selbst zum Kaiser zu krönen gar Milliarden. Diese Titel konnten nur auf die Nachkommen vererbt werden, wenn auch das Geld vererbt wurde, was zu zahlreichen Familienstreitigkeiten führte.

Natürlich pflegte dieser neue Adel auch auf ausladende und pompöse Feste zu gehen, obwohl die Wohlhabenden, als sie noch nur „reich“ waren dies auch getan hatten.

Auf einem großen Ball des neuen Königs des Mars stand der Baron von Syria-Planum vor dem Büfett.

Er nahm sich gerade die letzte Kirsche aus einer großen Schale und streifte mit seinem Blick einen Hofnarren, der in einer Ecke seine Laute stimmte.

Der Baron hatte sich gerade die Kirsche in den Mund gesteckt und kaute mit vergnügtem Lächeln darauf herum, als der Graf des Olympus Monts erschien und ihn wutentbrannt anschrie:

Was tun Sie da! Ich wollte auch eine Kirsche! Nun haben Sie alle gegessen, Sie Fresssack!“

Der Baron erwiderte darauf, ebenfalls empört:

Das ist eine Beleidigung, ich habe nur eine gegessen!“

Wenn Sie das getan hätten, wäre ja noch eine da! Ich glaube, SIE wollen meine Intelligenz beleidigen!“

Niemand will hier die Intelligenz von irgendwem beleidigen, ich habe nur auf unübersehbare Tatsachen hingewiesen, dass keine leckeren Kirschen mehr da sind und Sie gerade noch eine gegessen haben!“, erklärte der Graf.

Das soll eine unübersehbare Tatsache sei? Da einzige, das ich hier nicht übersehen kann, ist, dass Sie nicht richtig sehen können, wenn Sie entgegen der Wirklichkeit behaupten, ich hätte mehr als eine Kirsche gegessen!“, erwiderte der Baron.

Was, Sie unterstellen mir, dass ich unübersehbare Tatsachen nicht sehen kann, wenn ich sie vor der Nase habe? Mit so einer frechen Bemerkung beleidigen Sie meine Ehre und die Meiner überaus wohlhabenden Familie!“

Gut, wenn Sie das so sehen, dann gebe ich Ihnen die Chance, Ihre Ehre, falls Sie wirklich so etwas besitzen, Sie Emporkömmling, wieder herzustellen. Indem Sie mich frech genannt haben, beleidigten Sie nämlich auch meine Ehre, also fordere Sie mich doch zum Duell heraus, wenn es Ihnen gefällt, und Ihre Ehre das Risiko wert ist!“

Und ob sie das wert ist!“, rief der Graf, „Hiermit fordere ich Sie also zu einem Duell heraus!

Wo ist der Sekundant?“

Auf diese Frage hin erschien fast sofort ein in schwarz gekleideter Mann mit einem Dreispitz auf dem Kopf aus der Menge der anwesenden Gäste. „Ich bin hier, Mylord.“

Sehr gut, ich habe diesen Kirschendieb von einem Emporkömmling gerade zum Duell herausgefordert. Informiere ihn über alles Weitere.“

Jawohl, Mylord.“ Der Sekundant faltete die Hände hinter dem Rücken und wandte sich dem Baron zu.

Eure Lordschaft, da Sie herausgefordert wurden, haben Sie die Wahl der Waffen, des Ortes und des Zeitpunktes.“, erklärte er.

Der Baron überlegte kurz und antwortete dann:

Gut..., ich wähle meine Armee, Bodentruppen, Panzer und so weiter, in zwei Tagen. Als Ort

schlage ich die südliche Provinz vor. Die Bauern und Arbeiter dort haben in letzter Zeit

weniger gezahlt, sie reden sich immer mit „Armut“ heraus.“

Einverstanden, dann sehen wir uns in zwei Tagen auf dem Schlachtfeld der Ehre.“

Baron und Graf entfernten sich in zwei verschiedene Richtungen vom Büfett und wenig später

ging auch der Sekundant.

Nun begann der Hofnarr in der Ecke seine Laute zu spielen und zu singen:

Nun geht er wieder los der wilde Spaß, und nur, weil ich eine Kirsche aß!“

Mit wütendem Gesichtsausdruck warf er seine Laute so auf den Boden, dass sie zerbrach.

Dann ging der Narr.

 

A. Schilling

19 Jahre

Ich schlage diesen Text als Friedenstext des Monats vor.

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Published by Slov ant Gali eingestellt
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