Sunday, 3. august 2008 7 03 /08 /Aug. /2008 17:10

1

Keine Nachricht. Kein Lebenszeichen.

Kein Anruf, kein Brief, kein nichts.

Keine Rechnung zu begleichen.

Kein Zeichen des Verzichts.

2

Kein Feuer. Keine Rauchsignale.

Keine Trommeln in der Nacht.

Keine Narben. Keine Muttermale.

Kein Hinweis. Kein Verdacht.

3

Kein Pfeil. Kein Pfahl im Fleische.

Kein Auge ausgerissen.

Kein Heulen. Kein Gekreische.

Kein Mensch. Von nichts was wissen.

4

Kein Rätsel. Keine Geheimschrift.

Kein Spiegel. Keine Magie.

Kein Orakel, das immer eintrifft.

Kein Trick. Keine Telepathie.

5

Kein Gruß von der Hure Babel.

Keine Botschaft. Kein Telegramm.

Kein Kuss. Kein Zettel im Schnabel.

Keine Tulpen aus Amsterdam.

6

Kein Funkspruch von fremden Sternen.

Keine Flaschenpost aus dem All.

Keine Weisung, sich unauffällig zu entfernen.

Kein kosmischer Überfall.

 

© Achim Amme

  Ich schlage diesen Text als Friedenstext des Monats vor.

Erschienen in „Wer ist schon gut zu sich selbst,“ Verlag Bert Schlender, Göttingen, 1982

  3. Auflage, Kunstdruck Bartels, Friedland, 1992

 

„Augsburger Friedenssamen“, Eine Anthologie in Wort und Bild,

(Hg.) Bratislav Rakic, Geest Verlag, Vechta-Langförden, 2004

 

„Der Sperling “, Magazin für Literatur und Kunst,

(Hg.) Matthias von Schramm und Robert Zobel,

Engelsdorfer Verlag, Leipzig, 2005

 

 

von Slov ant Gali eingestellt
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